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PRESS RELEASE

Neue UNODC-Kampagne weckt Konsumenten-Bewusstsein für Verbindung zwischen organisiertem Verbrechen und $250-Milliarden-Geschäft mit Fälschungen

Wien, 14. Jänner 2014 - Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) stellte heute eine neue globale Kampagne vor, um das Bewusstsein für den illegalen Handel mit gefälschten Gütern im Wert von jährlich 250 Milliarden US-Dollar bei den Konsumenten zu wecken. Die Kampagne - 'Counterfeit: Don't buy into organized crime' (Fälschung: Kaufen Sie nicht vom organisierten Verbrechen) - informiert Konsumenten darüber, dass der Kauf von gefälschten Waren organisierte kriminelle Gruppen finanziert, den Verbraucher Gesundheits- und Sicherheitsrisiken aussetzt und andere ethische und ökologische Bedenken hervorruft.

Die Kampagne ist auf den neuen öffentlichen Werbespot ausgerichtet, der am 14. Jänner auf dem NASDAQ-Schirm am New Yorker Times Square vorgestellt und ab Jänner von verschiedenen internationalen TV-Stationen gezeigt werden wird. Die Kampagne appelliert an die Verbraucher, hinter die Kulisse des Geschäfts mit gefälschter Ware zu blicken und die facettenreichen Auswirkungen des illegalen Handels zu erkennen.

Der illegale Handel und Verkauf von gefälschten Gütern verschafft Kriminellen eine erhebliche Einnahmequelle und erleichtert andere mit der Geldwäsche zusammenhängende illegale Aktivitäten. Zusätzlich kann das Geld, das durch den Verkauf von gefälschten Produkten lukriert wird, auf die weitere Produktion gefälschter Waren und andere illegale Aktivitäten umgeleitet werden.

Als Straftat, die praktisch jeden Menschen auf die eine oder andere Weise trifft, stellen gefälschte Waren eine ernste Bedrohung für die Gesundheit und Sicherheit der Konsumenten dar. Ohne Rechtsvorschrift und mit sehr geringem Regressanspruch werden Konsumenten durch unsichere und ineffektive Produkte gefährdet und mangelhafte, gefälschte Waren können zu Verletzungen, in manchen Fällen sogar zum Tod führen. Fahrzeugreifen, Bremsscheiben und Airbags, Flugzeugteile, elektronische Güter, Babynahrung und Kinderspielzeug sind nur einige der vielen verschiedenen Dinge, die gefälscht werden.

Auch gefälschte Medikamente stellen ein Gesundheitsrisiko für Konsumenten dar. Kriminelle Aktivitäten auf diesem Gebiet sind ein großes Geschäft: der Verkauf gefälschter Medikamente aus Ostasien und dem Pazifik sowie Südostasien und Afrika allein bringt an die 5 Milliarden Dollar jedes Jahr. Geringstenfalls enthalten gefälschte Medikamente keine Wirkstoffe, während sie im schlimmsten Fall unbekannte und sogar gesundheitsschädliche Chemikalien enthalten. Die Liste gefälschter Medikamente ist lang und reicht von normalen Schmerzmitteln und Antihistaminika über "Lifestyle"-Medikamente wie jene zur Gewichtsreduktion und gegen sexuelle Funktionsstörungen bis zu lebensrettenden Medikamenten für die Behandlung von Krebs und Herzkrankheiten.

Ebenso kann ein breites Spektrum an ethischen Themen übersehen werden, wenn man an die Auswirkungen gefälschter Güter denkt. Die Ausbeutung von Arbeitskräften ist auch ein Aspekt der Produktion von Fälschungen, mit weitgehend rechtlosen und gering bezahlten Arbeitern, die bei wenig oder keinem Verdienst Sicherheitsrisiken ausgesetzt sind. Der Schmuggel von Migranten ist ebenso ein Problem, das durch die Fälschergeschäfte verschärft wird. Viele der geschmuggelten Personen werden gezwungen, gefälschte Waren zu verkaufen, um damit ihre Schulden bei den Schleppern bezahlen zu können.

Das Fälscherwesen ist auch vom ökologischen Standpunkt her eine große Herausforderung: Ohne Regulierung besteht die Wahrscheinlichkeit, dass giftige Farbstoffe, Chemikalien und unbekannte Komponenten, die in gefälschten Elektronikwaren verwendet werden, nicht ordnungsgemäß entsorgt werden, was wiederum zu folgenschwerer Umweltverschmutzung führt.

UNODC-Exekutivdirektor Yury Fedotov bemerkt: "Im Vergleich zu anderen Vergehen wie Drogenhandel bieten Produktion und Verkauf von gefälschten Gütern für Kriminelle die Möglichkeit des geringen Risikos bei hohen Profiten. Fälschungen nähren Geldwäsche-Aktivitäten und fördern Korruption. Es gibt auch nachweislich Verstrickungen oder Überlappungen mit dem Drogenhandel und anderen Kapitalverbrechen." 

Kriminelle Gruppen verwenden für den Transport gefälschter Waren ähnliche Routen und modi operandi wie für den Schmuggel von Menschen, illegalen Drogen und Waffen. 2013 wurden mittels des gemeinsamen Container-Kontrollprogramms von UNODC und der Weltzollorganisation in mehr als einem Drittel der beschlagnahmten Container gefälschte Waren entdeckt, obwohl das Programm ursprünglich für das Aufspüren von Drogen eingesetzt wurde.

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Für weitere Information kontaktieren Sie bitte:

Preeta Bannerjee 

Public Information Officer, UNODC 

Tel: +43-1-26060-5764

Handy: +43-699-1459-5764

Email: preeta.bannerjee[at]unodc.org

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